Bestehen Verbindungen zwischen dem zu veräußernden Geschäftsteil?

Ist es geplant dass ein einzelner Betriebsteil oder Geschäftsfeld veräußert werden soll, der fest mit den Strukturen der Gesamtorganisation des zu veräußernden Unternehmens verbunden ist, sind zunächst alle Schnittstellen zu analysieren und herauszulösen bzw. heraus zuschneiden (Carveouts).

Je einfacher und nachhaltig problemloser sich der zu veräußernde Geschäftsteil heraus lösen lässt (stand-alone) desto vorteilhafter nimmt dies Einfluss auf eine spätere Kaufpreisfindung bzw. für den Rahmen der Bewertung.

Daher ist eine Planung eines solchen Carve-out-Prozesses ist entscheidender Bedeutung für den Unternehmensverkäufer.  Er  verfügt daher über die beiden Möglichkeiten, entweder das zu  verkaufende Geschäftsfeld nach der Unternehmenstransaktion in den Strukturen der Käufer-Organisation zu integrieren oder eigenständig weiterzuführen

In der zu erarbeitenden  Konzeption werden zunächst alle Schnittstellen und Berührungspunkte zwischen dem zu veräußernden Geschäftsbereich anhand der Wertschöpfungskette mit der Gesamt-Organisation  identifiziert und dokumentiert.  Dabei gilt es folgende  Fragen zu beantworten:

  • Wie soll das Geschäftsfeld außerhalb vom Verkaufsunternehmen aufgestellt werden?
  • Wie kann in finanzieller Hinsicht der vorgesehenen operativen Setup im Businessplan dargestellt werden.
  • Besteht seitens des zu verkaufenden Geschäftsbereichs zu den Betriebs- und Produktionsmittel einschließlich deren Rohstoffe eine signifikante Abhängigkeit? Gibt es Beschaffungsalternativen? Wie sind die Konditionen gestaltet?
  • Lassen sich Logistikprozesse so entkoppeln, ohne das für den zu verkaufenden Unternehmensteil oder Geschäftsbereich bedeutend höhere Kosten entstehen und die Wirksamkeit dauerhaft sichergestellt wird?
  • Welche administrative Bereiche (Finanzen, HR usw.) werden durch die Gesamt-Organisation bereit gestellt?
  • Gibt es Absatzwege und Vertriebsstrukturen die gemeinsam oder getrennt genutzt werden können?

 

Je besser der Unternehmensverkäufer die Ausgliederung vorbereitet hat, desto attraktiver lässt sich der Verkaufspreis gestalten. Hier hinzu gehört eine sorgfältige Übergangsplanung.

Für die Übergangsphase sollte das auszugliedernde Geschäftsfeld durch die Muttergesellschaft unterstützt werden, damit das operative Geschäft ungefährdet und unbeeinträchtigt weiter laufen kann. In Vereinbarungen zwischen Käufer und Verkäufer werden mittels sogenannter „Transition Service Agreements (TSA)“ die Unterstützungen der Muttergesellschaft in Umfang, Dauer und Abrechnungsmodalitäten beschrieben. Dafür kann der Unternehmenskäufer in dieser Zeit eigene Lösungen generieren, um bald unabhängig zu sein.

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